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Aktuelles

Elternbrief des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD e.V.)

7. Juli 2020 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Liebe Eltern, liebe Erzieherinnen und Erzieher,
wir erleben in diesem Jahr turbulente Zeiten. Eine nie da gewesene Situation verursacht immer wieder bei uns allen Unsicherheit. Doch bei allen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus sollte der Sonnenschutz gerade jetzt in der Sommerzeit nicht vergessen werden. Der Hautkrebs und seine Entstehung machen auch in der Coronakrise keine Pause. Als Eltern, als Erzieherinnen und Erzieher haben Sie eine ganz besondere Verantwortung für die Gesundheit der Kinder – auch ihrer Haut. Ob zu Hause im heimischen Garten, im Urlaub oder im Kindergarten, als Eltern und Erzieher sollten Sie darauf achten, dass Kinder bei einem Aufenthalt im Freien wirksam vor Sonneneinstrahlung geschützt sind.

Bundesweit unterstützen Hautärztinnen und Hautärzte Kindergärten mit der Euromelanoma-Kindergarteninitiative 2020. Unter dem Motto "Sonnenschutz ist KEINE Glückssache" klären sie Eltern, Kinder und Kindergartenpersonal über Hautkrebsrisiken und den nötigen UV-Schutz auf. Das auch in Zusammenarbeit mit den Landeskrebsgesellschaften und dem Projekt "SunPass" – eine Initiative zum sonnensicheren Kindergarten.

Am meisten durch UV-Strahlung bedroht ist die noch unreife Haut im Kindes- und Jugendalter. In der Zeit bis zum 18. Lebensjahr, besonders jedoch in der frühen Kindheit, entstehen vielfach bereits UV-Schädigungen, die später zu einem malignen Melanom, der gefährlichsten Form des Hautkrebses, führen können. Sonnenbrände sind Gift für die Haut und Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung von Hautkrebs. Helfen Sie mit, gehen Sie mit gutem Beispiel voran und machen Sie unsere Kinder mit den wichtigen Sonnenschutzmaßnahmen vertraut. Machen Sie die Hautgesundheit Ihrer Kinder nicht zur Glückssache.

Hintergrund: Kinderhaut ist um ein Vielfaches dünner als die Haut von Erwachsenen und kann noch nicht ausreichend Pigmente produzieren, die die Haut gegen UV-Strahlen schützen. Die UV-empfindlichen Stammzellen liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind den UV-Strahlen stärker ausgesetzt als in späteren Jahren. So reagiert die Haut in jungen Jahren besonders empfindlich auf die ultravioletten Strahlen der Sonne.

Wird ein Sonnenbrand sichtbar, ist die Haut bereits erheblich geschädigt, da die für die Entzündungsreaktion typische Rotfärbung nur zeitverzögert eintritt. Sonnenbrände beschädigen die Reparaturmechanismen der Haut dauerhaft. Denn unsere Haut kann nicht vergessen. Umso wichtiger ist es, dass konsequenter Sonnenschutz bereits im Kleinkindalter beginnt.

Leider gibt es kein Patentrezept für wirksamen Hautschutz. Erforderlich ist ein Mix verschiedener Maßnahmen:

  • Schatten bietet einen zuverlässigen Schutz, aber auch sonnensichere Kleidung – mit zertifiziertem UV-Schutz – und Sonnenschutzmittel sind ein Muss für einen wirksamen UV-Schutz. Aber Achtung: Schatten reduziert die UV-Belastung oft geringer als man denkt, ein normaler Sonnenschirm z.B. oft nicht einmal um ein Drittel!
  • Die pralle Sonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr meiden! Ein Aufenthalt im Freien, besonders am oder im Wasser, ist am frühen Morgen oder späteren Nachmittag weit weniger belastend für die Haut.
  • Nicht nur Wasser, sondern auch heller Sand am Strand führt zu einer durch Reflektion gesteigerten UV-Belastung. Auch im Gebirge ist die UV-Intensität deutlich höher als im Flachland.
  • Bei der Sonnencreme den höchsten verfügbaren Lichtschutzfaktor wählen und sorgfältig einreiben. Wenn Reibung und Wasser den Sonnenschutz abgetragen haben, "nachschmieren". Aber Achtung: Erneutes Eincremen verlängert nicht die "Tageshöchstdosis" der UV-Strahlung, die Ihre Haut verträgt.
  • Die Eigenschutzzeit der Haut beachten und nicht "überziehen"!

Ihr
Dr. Ralph von Kiedrowski
Berufsverband der Deutschen Dermatologen

Quelle: Pressemeldung Berufsverband der Deutschen Dermatologen

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