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Expertenrat zur Behandlung von Frühformen des weißen Hautkrebses (Aktinische Keratosen)

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Thema: Isdin Eryfotona AK
2024-09-24
Autor:
Christine
Guten Tag,
meine Hautärztin empfiehlt mir die Verwendung des Produktes Isdin Eryfotona auf beiden Armen, da ich dort Schäden durch Sonne habe. Es gibt eine Stelle, die beobachtet werden soll. Sie will in 3 Monaten schauen, ob es eine Verbesserung gibt.

Per Zufall habe ich nun bei CodeCheck das Produkt und eine Bewertung der Inhaltsstoffe gesehen und bin - ehrlich gesagt- irritiert über einige Inhaltsstoffe (z.B. Octocrylene für den UV-Schutz, Titanium Dioxid-Nano, Cyclopentasiloxane/Cydlohexasiloxane usw.), so dass ich das Produkt eigentlich nicht nehmen will.

Wissen Sie inzwischen, ob die Eigendarstellung von Isdin, es
"Verringert und verbessert das subklinisch betroffene Kanzerisierungsfeld im Rahmen einer AK oder Nmsc. [...] Zudem unterstützt eine regelmäßige Anwendung den natürlichen DNA-Reparaturmechanismus." nachweisbar ist? 2015 antworteten Sie einer Fragestellerin, es gebe keine Daten dazu.

Was könnte ich ansonsten nehmen, oder kann man letztlich erst mal nichts Konkretes tun?

Danke für eine Antwort!

Expertenteam WeisserHautkrebs.de

Experten
Beiträge:507
2024-10-01
Sehr geehrte Christine, 

Isdin bewirbt Eryfotona als ein Produkt zur Vorbeugung und Verbesserung von aktinischen Keratosen (AK) und nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC). Die spezielle Formulierung mit DNA-Reparaturenzymen wie Photolyase soll dabei helfen, Sonnenschäden zu reparieren. Allerdings war 2015 der wissenschaftliche Nachweis für diese Behauptungen eher spärlich.

Seitdem wurden einige Studien durchgeführt, aber die Datenlage bleibt gemischt. Eine neuere Studie von 2019 unterstützt die Behauptung, dass Eryfotona den DNA-Reparaturmechanismus unterstützt und das Risiko von Sonnenschäden reduziert. Trotzdem gibt es noch keine breit angelegten, unabhängigen Langzeitstudien, die den Nutzen umfassend nachweisen.

Zu den Inhaltsstoffen von Isdin Eryfotona:

- Octocrylene ist ein chemischer UV-Filter, der effektiv gegen UV-B-Strahlen schützt. Unklar ist, ob sich der Wirkstoff unter Lichteinfluss abbaut und Stoffe wie Benzophenon freisetzen könnte.

- Titaniumdioxid in Nanoform (als physikalischer UV-Filter) steht in Verdacht, in Nanopartikelgröße bei Inhalation potenziell krebserregend zu sein. In Hautpflegeprodukten gilt es jedoch als sicher, solange es nicht eingeatmet wird.

- Cyclopentasiloxan und Cyclohexasiloxan sind Silikone, die die Haut weich machen. Es gibt aber Bedenken, dass sie schwer abbaubar sind und möglicherweise die Umwelt belasten.

Alternative Therapien müssen Individuell mit der behandelnden Hautärztin besprochen werden. 

Dr. Uwe Schwichtenberg

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